Die Homepage http://www.familienbande-heidelberg.de ist wieder online. Im September wird mit „My Father“ von Kristo Šagor nun das letzte Stück in dieser Theaterkooperation präsentiert.

Die Arbeiten am Abschlussfilm des Projektes „Familienbande“ haben nun begonnen. Die Materialien liegen digtal auf den Festplatten weitgehend vollständig bereit und die Jugendlichen arbeiten an der Dramaturgie des Filmes.

Eine Besonderheit ist, dass dieser unabhängige Blog des Doku-Teams zu diesem Projekt jetzt das Einzige ist, was aktuell über die weiteren Entwicklungen berichtet. Die Homepage www.familienbande-heidelberg.de, redaktionell vom Stadttheater Heidelberg betreut, ist nicht leider mehr zugänglich. Das Stadttheater selbst informiert nur noch auf einer Website von dem Projekt. Die Kulturstiftung des Bundes, die Familienbande massiv finanziell gefördert hat, berichtet noch in dem Bereich Internationale Theaterpartnerschaften von der deutsch-israelischen Kooperation.

Was aber von alledem bleibt, scheint nun offensichtlich in der Hand einer jungen Crew zu liegen und so dürfte es ausgesprochen interessant werden, wie sich deren eigenständige Interpretation dieses Theaterprojektes entwickeln wird.

Vor dem Hintergrund der Diskussion nach der Rückkehr des Heidelberger Videoteam aus Tel Aviv ist dieser Beitrag, der vor am 1.10.2010 im   Magazin Kulturzeit ausgestrahlt wurde, von besonderem Interesse.  Die Frage, wie sich heute junge Menschen zur Geschichte des deutschen Staates verhalten können, wenn ihre Eltern und Großeltern oft aus anderen Ländern kommen, ist eine, die einen leisen, aber dauerhaften Nachklang hat.

Die junge Videocrew, die für mehrere Tage das Festival des Theaters Beit Lessin dokumentiert hat, ist wieder zurück in Heidelberg. In der Begleitung von Maya Dietrich,  Mitarbeiterin der Kineskop-Filmschule, haben die Jugendlichen enorm viele Eindrücke sammeln können.  Die zahlreichen Videotapes werden nun in den kommenden Tagen gesichtet und eindigitalisiert. Für alle Beteiligten war es ein bemerkenswertes Erlebnis, nicht zuletzt all die Orte direkt zu sehen und die Menschen kennenzulernen, von  denen man bisher nur aus den Nachrichten gehört hatte.  Schade war, dass das israelische Schülerteam leider nicht da sein konnte, da in Israel zu diesem Zeitpunkt gerade Schulferien waren. So konnte nur eine der isarelischen Schülerinnen das Team begrüßen.  Bleibt zu hoffen, dass die Israelis nochmals nach Heidelberg kommen werden.

Hier ist der neue Trailer zur Theaterdokumentation:

They Call Me Jeckisch

zu sehen:

Die erste Videoarbeit der jungen Filmemacher zeigt das erfolgreiche Stück, was bei dem kommenden Heidelberger Stückemarkt nochmals aufgeführt wird.

Eine Aufzeichnung von Jassir, Max und Hubeyb

Familie bedeutet für mich, dass alle zusammen halten, auch wenn es in der Familie großen Streit miteinander gibt. Genau wie „aufeinander aufpassen“ sollte die Familie darauf achten, dass kein Familienmitglied verletzt oder bedroht wird. Diese zwei Grundsätze würden niemals klappen, wenn die Familienmitgliedern nicht gegenseitig sich vertrauen würden. Gerade deswegen, falls man ein Problem hat, hilft es immer, mit der Familie darüber zu reden, denn nur sie ist es, die dich niemals absichtlich verletzen würde. Aber ich finde, das Wichtigste in einer Familie ist, sich gegenseitig Liebe zu schenken. Jeder in einer Familie verdient es, geliebt zu werden. Eine Familie, die sich so versteht und so verhält, ist meiner Meinung nach eine richtige Familie.

 

von Alisa

Was bedeutet eigentlich „Blut ist dicker als Wasser“? Im Grunde doch nur, dass Familie wichtiger ist als jede andere Beziehung im Leben. Aber was ist eigentlich Familie?

Ist Familie etwa, wenn sie dich nicht unterstützt, deine Meinung, deine Lebensweise, deine Vorstellungen nicht akzeptiert und respektiert? Deine Ecken und Kanten nicht als Teil deines individuellen Daseins sieht und dich stattdessen versucht in ihre eigene Wunschform zu zwängen?

Und ist es etwa keine Familie, wenn dich Freunde mit all deinen Fehlern und Schwachstellen annehmen und dir in allen Lebenslagen zu Hilfe stehen? Also ist Familie wirklich nur Blutsverwandtschaft zwischen zwei oder mehreren Menschen? Oder vielleicht doch das Ergebnis vom Zusammenwirken von Liebe und Respekt? Eben das ist es. Liebe und Respekt, das ist für uns Familienbande.

von Jassir, Max und Hubeyb

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„Blood is thicker than water.“ What does this imply? Basically it denotes that a family is more important than any other relationship in life. But what does „family“ stand for? Does it mean, that you are not supported, that your points of view, your ideas and your way of life are not accepted and respected? Does it mean, that your personality with all rough edges isn’t valued but family expects you to act according to their wishes? On the other hand, are friends that accept you with all your strenghts and weaknesses and aren’t on your side in every situation of life a kind of family? Is „family“ really only consanguitnity? Perhaps it is more. Isn’t it when love and respect meet? That’s it. Love and respect – that, for us, is, what we call family ties.

from Jassir, Max und Hubeyb

Zum Überthema „Familienbande“ arbeiten sechs künstlerische Teams (Regie, Dramaturgie, vier bis fünf Schauspieler, z.T. Autoren), die jeweils deutsch-israelisch zusammengesetzt sind und mit Unterstützung der technischen Abteilungen der Theater autonom arbeiten. Die Produktionen erleben teils in Heidelberg, teils in Tel Aviv ihre Uraufführung und werden danach jeweils am anderen Ort gezeigt, in Israel gebündelt während des Festivals für neue Dramatik „Open Stage“ am Partnertheater Beit Lessin Anfang September 2010 und 2011, in Heidelberg an mehreren Terminen der Saison mit Schwerpunkt zu den Stückemärkten 2010 und 2011. Der Heidelberger Stückemarkt 2010 wird mit dem Gastland Israel weitere Dramatiker und Produktionen aus Israel vorstellen.

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קשרי משפחה / Familienbande is the the theme six mixed Israeli-German artistic teams (director, dramaturge, actors, writers) will be working on – and also the name for a two-year partnership between the Teatron Beit Lessin, Tel Aviv and the Heidelberg theatre. The six productions will have their world premieres in either Heidelberg or Tel Aviv and will subsequently be shown in the other city as well. In Israel they will be shown en bloc at the beginning of September 2010 and 2011, during the festival for new drama “Open Stage” at the Beit Lessin theatre. In Germany they will be shown at various times during the season, especially during the Heidelberger Stückemarkt 2010. Moreover, in 2010 the playwrights festival Heidelberger Stückemarkt will host several guest performances from Israel and will have readings by young Israeli playwrights.